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Der Beitrag enthält Werbung, unbeauftragt, da ich Bilder aus unserem Winterurlaub zeige von der wunderschönen Ramsau am Dachstein in Österreich.

In meiner Familie ehemannseits ist es Tradition die liebe Verwandschaft jedes Jahr mit einem Jahresrückblicksbrief zu beglücken. Eine schöne Tradition. Die übernehme ich doch mal glatt und zur optischen Abwechslung gibt es Fotos aus der schönen Ramsau am Dachstein in Österreich wo wir gerade sind. Hier schneit es. Viel. Sehr viel. Und wenn man den Medien glauben kann, dann sind wir wohl alle dem Weltuntergang nah. Aha.

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Januar

Der Countdown ist eingeläutet, endlich kann ich sagen “dieses Jahr” wird unser Schatz geboren. Mein Kugel wächst, sie wird unbequem und meine Launen wechseln schneller als das Wetter im April. Wir sind die ersten Tage noch in Österreich gewesen und ich landetete im Krankenhaus. Verdacht auf Rippenprellung. Ursache: Krümelchen hat seine zarten Füßchen unter meinen Rippen geparkt und übt intensiv treten. Macht er wirklich gut. Mutterstolz erfüllt mich.

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Februar

Ich kann dem Februar in seiner Grauheit eh nichts abgewinnen doch den Februar 2018 fand ich richtig ätzend. Meine Kugel hatte mittlerweile 120 Zentimeter Umfang geknackt, ich schlurfte nur noch genervt und mit ständigen Schmerzen durch die Gegend.

Ich bekomme irrationale Angst, dass auf den letzten Metern irgendwas noch schief geht. Entspannung bringt mein Geburtsvorbereitungskurs mit einer super tollen Hebamme und die wöchentlichen Treffen mit meiner Geburtshebamme, Akupunktur inklusive. Ich wehe solangsam fröhlich vor mich hin. Senkwehen sind die reinste Wohltat, da dadurch auch Krümelchens Füße ein wenig weg von meinen ausgetretenen Rippen kommen.

Ich will Krümelchen einfach nur im Arm haben.

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März

Die ersten vier Tage verbrachte ich sehr rund und sehr schlecht gelaunt zwischen Kühlschrank und Couch mit sehr viel Nutella-Brötchen. Also wirklich viel. Sehr, sehr viel Nutella. Wenig Brötchen. Was waren die letzten Tage vor Benes Geburt ätzend! Und wirklich kalt. Spaziergänge waren so gut wie gar nicht mehr drin, ich war froh, wenn ich vier Etagen runter und wieder hoch kam. Mein Mann überlegte ob er ein Schwerlastkran bestellt um mich bei einsetzenden Wehen irgendwie ins Auto zu bugsieren. Ich warf ihm böse Blicke zu und löffelte mein Nutella weiter.

DANN! Endlich! Meine Fruchtblase platzte und nur 22 Stunden später hatten wir unser Wunder im Arm. Ich war bereit für sechs Wochen Urlaub auf den Malediven. Oder in einem Kloster. Oder alleine auf einer irischen Schafwiese im Dauerregen. Ganz egal wo, Hauptsache Ruhe. Stattdessen wurde es verrückt. Einfach verrückt. Verrückt vor Liebe, vor Chaos, vor Aufregung, Angst, Neugier, Begeisterung und erwähnte ich schon Chaos? Wir hatten das Gefühl, dass unser Leben an uns vorbeirast während wir versuchen auf den Zug aufzuspringen. Ich erinnere mich an Wochenfluss (nervig), Clusterfeeding (wußtet ihr, dass nur 3 Prozent aller Frauen auf der Welt tatsächlich nicht stillen können aus medizinischen Gründen? Leider wird Clusterfeeding häufig mit “ich hab zu wenig Milch” gleichgesetzt und die Frauen stillen ab), schmerzende Brüste, Schlafmangel und unendlich viel Liebe.

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April

Mein Mann geht wieder zur Arbeit und ich versuche irgendwie im Mamasein anzukommen und unseren neuen Alltag zu meistern.
(Spoiler: im April war ich Monate davon entfernt) Wir erleben und überleben die erste Schübe, Benes ersten grippalen Infekt und sind total erleichtert, dass Bene den ersten Monat ohne nennenswerten Schaden mit uns geschafft hat. Ich erlebe Müdigkeit auf einem neuen Level. Und hier kommen sie, die klugscheisserischen Sätze, die ich nie sagen wollte: “Ihr wollt Kinder? Schlaft. Schlaft um euer Leben!”

Benes Geschenk an mich an seinem Einmonatigen ist sein erstes richtiges Lächeln. Ich bin schon immer geschmolzen bei seinen Engelslächeln doch sein erstes Lächeln weil er mich sah, hat sich in mein Hirn eingebrannt und wird nie wieder verschwinden.

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Mai

Stillen läuft super! Nach ca. 8 Wochen funktioniert Stillen als hätten Bene und ich unser Leben nichts anderes gemacht. Keine Schmerzen, kein Clusterfeeding und solangsam wird Bene schneller fertig mit der Trinkerei. Er säuft wie ein Loch. Ich geniesse unsere Kuschelstunden sehr, sehr.

Wir lernen Bene immer besser kennen und eins ist klar: er will getragen werden. 24/7 all day long. Das Tragetuch ist die Rettung für meinen Rücken. Für mein Handgelenk kommt sie leider zu spät, aufgrund der ungewohnten Bewegungen habe ich mir eine fette Sehnenscheidenentzündung zugezogen, die ich im Januar 2019 noch spüre. Ich werde zu einer begeisterten Tragetuchmama und Bene lacht heute noch vor Freude laut auf, wenn ich anfange mir das Tragetuch umzubinden (übrigens reagiert er genauso auf meine Brüste). Meine Kaiserschnittnarbe macht keine Probleme mehr, mit Bene im Tuch bin ich flexibler und normales Chaos weicht dem Wahnsinn der ersten Wochen.

Wir wollen raus aus Berlin und fangen an Nägel mit Köpfen zu machen.

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Juni

Rügen! Bene und ich verbringen unsere erste Woche ganz alleine ohne meinen Mann auf Rügen. In meiner Vorstellung lagen wir vor Wind und Sonne geschützt in einer Strandmuschel und kuschelten den ganzen Tag. Während Bene schlief würde ich alle meine Bücher, die ich zu Weihachten geschenkt bekommen habe endlich lesen! Es wird tolltolltolltoll.

Es wurde die blanke Katastrophe. Bene war in seinem dritten Schub und fand den Umgebungswechsel und die Zeit ohne seinen Papa zum Brüllen. Ich war damals noch viel zu unerfahren um gelassener mit diesen Zeiten umzugehen und so fand mein Mann uns heulend vor. Bene vor Wut und ich vor Erleichterung, dass diese Horrorwoche zu Ende ist.

Und dann noch ein kleiner Tipp von mir: Wenn euch ein “Webdesigner” in blumigen Worten erzählt, was er doch alles für eine Ahnung von DSGVO hat und euch Zweifel kommen am Wahrheitsgehalt: schmeisst ihn raus. Sofort. Egal wie viele Jahre ihr in kennt. Hochstapler erkennt man nicht immer sofort. Ein Baby im Schub und TamTam mit einem absoluten Vollpfosten haben diesen Monat perfekt gemacht. *Mittelfinger*

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Juli

Rügen! Dieses mal gleich zu dritt und so sehr wir uns drei geniessen, dämmert mir ganz langsam, dass “Urlaub” und “Erholung” wie ich es bisher kannte, die nächsten Jahre nicht mehr stattfinden werden. Einschlafbegleitung und Stillen ist Mama-Sache und so sehr Bene seinen Papa liebt, ich bin seine Nummer 1. Das ist genau so wunderschön wie anstrengend der Dauermittelpunkt zu sein.

Die heißen Tage brechen an und ich verwandele unsere ach so tolle *kotz* Dachgeschosswohnung in ein Survial Camp. Abkühlungstipps für Babys inklusive. Die Hitze hängt über Berlin wie ein stinkender Hund und mir gehen die Kräfte aus.

Bene hat schlechte Laune. Die ersten Zähne kommen. Wir feiern den Durchbruch seiner ersten zwei unteren Beißerchen frenetisch mit einem nutzlosen Regentanz.

Hochzeitstag! Ich kann mir keinen besseren Mann, Liebhaber, allerbesten Freund und wunderbarsten Vater für Bene vorstellen. <3

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August

Scheiß Schübe, Scheiß Hitze. Bene verwandelt sich in ein klammerndes Arschlochbaby und ich habe keine Lust das alles schön zu reden. Um ehrlich zu sein könnte ich im Strahl kotzen wenn ich von irgendwelchen Mamas höre was “für eine spirituelle Erfahrung” es für sie ist, wenn ihr Baby einen Schub durchmacht. Macke? Wir haben über fünfunddreißig Grad, Bene ist zu heiß und er ist im Schub. Da müssen wir irgendwie durch und es ist verflucht anstrengend. Positiv ist, dass Bene seine ersten 8 Zähne innerhalb von 2 Monaten bekam. Ich lass das einfach mal so stehen.

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September

Die Stimmung ist unverändert und eigentlich schlimmer. Seit unserem Rügen-Urlaub ist Bene im krassesten Schub oder in der Präpubertät. Vielleicht machen wir auch alles falsch? Wir stopfen Bene mit all unserer Liebe voll, wir lassen ihn nicht schreien, egal wie genervt wir sind. Ich stille nach Bedarf und auch sonst geht es nach Benes Bedürfnissen. Obwohl wir es rational besser wissen, ist manchmal der leise Gedanke da “Verziehen wir ihn? Ist er bald einer dieser furchtbaren Tyrannen der mit 18 gelobt werden will weil er sich alleine den Hintern abwischen kann? Gibt es Boot-Camps für Babys?”.

Erschwerend kommt hinzu, dass mein Mann und ich nach Jahrzehnten in die Abgründe von Menschen aus unserem engsten Umfeld blicken müssen. Wieder was gelernt. Schade. Aber als Paar noch enger zusammengerückt. Kein Blatt passt mehr zwischen uns.

Wir fangen an mit Beikost und es endet in schlimmer Verstopfung und wundem Po. Wir ziehen die Reißleine, trotz Beikostreife bei Bene und ich stille wieder voll. Was Bene nicht mehr ausreicht. Er hat Hunger.

Unser Plan Berlin zu verlassen wird konkreter. Wir sind durch mit dieser kalten, dreckigen, lieblosen Stadt. Hier wollen wir unser Kind nicht großziehen.

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Oktober

Aus dem Schub direkt in die Fremdelphase und dennoch wird es besser. Bene wird trotz Fremdelphase selbständiger, er krabbelt, zieht sich hoch, lacht sich schlapp, verteilt Küsse in seiner Krabbelgruppe, liebt sein Babyschwimmen und ich fange an durch zu atmen.
Auch weil wir entschieden haben, dass ich ein paar Stunden in der Woche ohne meine Rasselbande für mich brauche.

Einmal die Woche bin ich dran und gehe zum Sport und anschließend in die Dampfsauna. Die ersten Male habe ich panisch alle 20 5 Minuten zu Hause angerufen ob alles ok ist und habe mir von meinem Mann versichern lassen, dass Bene mit Gaffa-Tape an die Wand getackert ist.

Ich entwickle immer mehr Abneigung gegenüber Menschen die mir erzählen, dass ich doch mal aufhören muss mit Stillen (warum?) oder dass Bene dringend in seinem eigenen Bett schlafen müsste (warum ist das dringend?) oder mir versuchen ihr eigenes Erziehungskonzept aufzudrücken. Mir gefällt daran vor allem die Wertung nicht, die sie vornehmen. Und dieses dreiste Übergriffigkeit. Ich bin versucht genauso ordinär zurück zu blaffen: “Waaaas??! Du gibst deinem Kind die Flasche??? Uhhh!! Willste das nicht mal lassen?! Aus deinem Kind wird doch nichts!”. Diese Menschen haben in meinem Leben keinen Platz.

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November

Papa ist zu Hause! Einen ganzen Monat! Wir freuen uns wie Bolle, packen unsere Sachen und los gehts. Erst nach Rügen, dann zu Benes beiden Großeltern.

Wir hatten besser Pläne in unserem Leben. Bene ist vermutlich in einem Schub. Da ich mittlerweile das Buch wegdonnert habe, weiß ich es nicht genau. Ist aber auch völlig egal. Ich will auf meinen Sohn reagieren und nicht auf irgendein Buch, das mein Sohn nicht kennt. Zusammen mit den ganzen Ortswechseln wird unser bisheriges Chaos übertroffen. Bene, the most loved Klammeräffchen hat sich auf mir häuslich eingerichtet. Ich würde gerne mal wieder alleine und in Ruhe kacken.

Wir canceln den dritten Besuch und bleiben zu Hause.

Halleluja, wir haben die Beikosteinführung geschafft! Unser Plan auf nichts und niemanden zu hören wann wir was wie Bene zu Essen geben müssen, zahlt sich aus. Wir hören auf unser Gefühl und unser Kind. Perfekt. Bene isst seit Mitte November wie ein Großer, schläft besser und länger und ist zufriedener. Ich auch.

Meine Lieblingsserie “Outlander” fängt wieder an. 13 Folgen wieder mit Claire und Jamie schmachten.

Dezember

Weihnachten! Die Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit! Oder in unserem Fall: laufende Baby-Rotznasen, nächtlichen Brech-Attacken bei Bene und mir, zweimal hohes Fieber bei Bene und bei mir noch eine mehrtägige Migräne. Pünktlich kurz vor Weihnachten ging es los und zum 31.12.2018 wurde es besser.

Mich nervt Instagram mit seinen Fake-Darstellern und Algorithmen und ich beschliesse einige Dinge zu ändern. Auf meinem Blog habe ich eine neue Beauty-Kategorie eingeführt. Die Zeit, die ich nicht habe und die ich früher bei Insta gelassen habe, landet wieder auf meinem Blog, da wo sie hingehört.

Und wir haben das tollste Baby von allen. Er liebt Musik, tanzt, singt, lacht, dekoriert die Wohnung neu, provoziert, ist frech, plappert. Unser Klammeräffchen entdeckt die Welt, er erobert sie mit all seinen Sinnen. Waghalsig, ohne Angst dafür mit unendlich viel Neugier und …. Gelassenheit. Ich bin froh, dass mein Mann und ich uns haben nicht reinreden lassen in UNSERE Erziehung UNSERES Kindes.

Es ist sicher, wir werden Berlin in 2019 den Rücken kehren. Stay Tuned.

Ich habe keine Vorsätze. Nur Wünsche. Dass meine Familie gesund bleibt, dass ich lerne noch mehr Grenzen zu setzen aber auch ein bisschen mehr Gelassenheit. Uns allen wünsche ich etwas, wovon wir in Zeiten wie diesen nicht genug haben können: Menschlichkeit und die Stärke diese zu bewahren.

Alles Liebe, Eure Nita

Du möchtest mehr über mein Mamaleben und Schwangerschaft lesen, magst nachhaltige, natürliche Beautyprodukte und schnelle, leckere Rezepte? Und das ganze mit einem Augenzwinkern geschrieben? Jeden Sonntag so ab 12.00 Uhr, je nachdem ob es unser Schatz Benedikt zulässt kommt ein neuer Blogbeitrag auf meiner Seite Nitas Pleasures.

Auf Instagram und Facebook nehme ich dich ein bisschen durch unseren Alltag mit. Ich freu mich, wenn du uns begleitest.

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